Ein schöner Abend

18. Mai 2008

Nach langer Zeit ist es gestern endlich wieder gelungen, den größten Teil des Freundeskreises an einem Abend zu versammeln. Schon vor eineinhalb Wochen hatte ich das ganze als Grillparty angesetzt – und das auch konsequent durchgezogen, trotz stürmischer Böen und einiger Schauer. Der Gasgrill macht es möglich.

Uns so unterhielten wir uns einige Stunden bei Steaks, Nürnberger Bratwürsten, diversen Salaten – insgesamt viel zu viel, die Hälfte steht noch hier rum – über Gott und die Welt. Anstatt diese Feier wegen der widrigen Umstände oder für eine andere Veranstaltung – ich war zu einem Geburtstag eingeladen – zu verschieben, hatten ich einen sehr schönen Abend. Manchmal lohnt es sich eben doch, an bewährtem festzuhalten.


Ist es lustig!?

13. Mai 2008

Heute bin ich bei einem großen Videoportal im Internet auf folgendes…nunja, interessante Schnippselchen gestoßen:

Irgendwie ist es ja wirklich lustig. Ich meine: Wer hat noch nie einen dieser „netten“ Menschen getroffen, die sehr mitfühlend und aufopferungsvoll sind – jedenfalls solange man ihnen nicht widerspricht oder etwas in Frage stellt. Und jetzt kann und will ich gerne darüber lachen. Aber eigentlich ist es verstörend. Es gibt so viele dieser … fehlgeleiteten Seelen, um im Jargon zu schreiben. Ich bin auf den Tag gespannt, an dem dieses ewige Ratespiel aufgelöst wird, wer nun im Besitz der Wahrheit ist. Wer wird am Ende lachen? Atheisten, Christen, Molsems, Juden, Buddhisten, Hindus usw. ? Ich befürchte fast, alle werden mit offenem Mund auf die Lösung starren, die möglicherweise noch niemand (bis auf Einen!) in Betracht gezogen hat:

Maus


Ein spontaner Abend

12. Mai 2008

Der gestrige Abend wurde entscheidend von einigen spontanen Einfällen geprägt. Das ist verwunderlich; normalerweise ist das mit einem Zauderer wie mir nicht so einfach. Aber wenn sowieso der „Plan“ über den Haufen geworfen worden ist bin anscheinend sogar ich imstande mich auf Unvorhergesehenes einzulassen.

Wie gesagt: Der Plan war ohnehin gefloppt. Ursprünglich wollte ich mit Freunden in einer Diskothek den Abend/die Nacht verbringen – ein bekannter DJ hat da gestern aufgelegt. Aber einige meiner Kompagnons haben den bekanntesten Song von Fedde Le Grand wohl zu wörtlich genommen: „Let me think about it“. Und irgendwann sind die dann zum Schluss gekommen, den Abend einfach mal spontan abzusagen. Sie wussten wohl nicht, was sie mir damit angetan haben. Spontane Änderungen verkraftet mein Gehirn sehr selten, jedenfalls nie ohne mittlere Katastrophen auszulösen. Denn: Wenn ich einen Plan gefasst habe, will ich den auch umsetzen. Und wenn schon die eigentliche Aktivität nicht stattfindet, dann muss eben ein Ersatz her, der ansonsten die gleichen Umstände hat. In diesem Fall also: Irgendeine Abendgestaltung in der Stadt. Wie gut, dass ich mich für die Zeit vor dem angedachten House-Besuch sowieso verabredet hatte. Also baute ich das (teure) Eisessen kurzerhand aus: In Nürnberg wird nämlich zur Zeit die U3, die erste automatische ergo fahrerlose U-Bahn in Deutschland, getestet und soll im Juni in den fahrplanmäßigen Betrieb gehen. Sozusagen zur „Eingewöhnung“ und als Gelegenheit zur Anfreundung mit der modernen Technik kann man aber schon jetzt an Wochenenden mitfahren.  Wenige Minuten nach meinem Einfall saßen wir auch schon in einem modernen Zug, bei dem in Ermangelung eines Fahrers die Führerkabine durch eine große Panoramascheibe ersetzt wurde. Es ist schon ein komisches (kein schlechtes!) Gefühl, in einen gähnenden Tunnel zu starren. Das ganze hat dann ein bisschen was von Achterbahn, wenn die Züge Fahrt aufnehmen. Nun, ich kann nicht meckern: Die Computer steuern ziemlich exakt, was sich vor allem bei Bremsungen und Beschleunigung bemerkbar macht: Kein einziges Mal zu viel davon. Also weder Ruckeln noch abruptes Bremsen. Toll.

So fuhren wir also 25 Minuten die neue Linie ab, sahen uns die Bahnhöfe an und staunten. Anscheinend haben die Verantwortlichen  aus den Bausünden in Sachen U-Bahnhof gelernt: Licht, bisweilen auch Farbe und Eleganz dominieren in den architektonischen Kategorien.

Gegen neun Uhr verschlug es uns dann noch ins Kino – „Ironman“ zeigte uns seine stahlharte Faust. In Kürze mehr zu diesem nicht einmal schlechten Film.


Umzug: Ade, Blogger.com

16. Juni 2007

Nachdem ich es nun geschafft habe, über mehrere Monate ein Blog zu betreiben, liegt mir immer mehr am Erhalt meiner Kreation. Auch die Frage nach dem richtigen Auftritt, dem Design und technischer Funktionalität nimmt größeren Raum ein. Es ist nicht mehr nur Geschreibsel, dass ich ab und an veröffentliche, nein, ich will schon ein bisschen Qualität.

Blogger.com war nur die erstbeste Lösung, die ich als Neuling in der Blogossphäre sofort nutzte. Zwischenzeitlich erscheinen mir die Möglichkeiten zunehmend begrenzt und die Bedienung irgendwie umständlich, so dass ich mich mit WordPress auseinandergesetzt habe. Und, was soll ich sagen: Damit komme ich besser zurecht. Außerdem kann ich wesentlich mehr auf einfachstem Weg „anpassen“ als hier. Deshalb ziehen die Gedankenwelten heute um und sind ab sofort unter

http://gedankenwelten.wordpress.com

zu finden, mit neuem Gesicht aber gewohntem Inhalt.

Das stinkt doch…:!

14. Juni 2007

Aldi, Real, Netto, Penny und Lidl – nur eine Auswahl der umstrittenen Discounter-Ketten in Deutschland. Der zweifelhafte Umgang mit den Angestellten vor allem bei Aldi und Lidl war bereits Thema in sämtlichen investigativen Magazinen, in Talkrunden und natürlich in den Printmedien. In letzter Zeit wurden aber im Fall Lidl vermehrt positive Berichte und Gerüchte gestreut. Ob es billige Reisen sind, oder der Nahrungsmittelvertrieb über Internet: Lidl ist gut, günstig – und umweltfreundlich. Das jedenfalls suggestiert das Greenpeace-Magazin, dass man seit geraumer Zeit bei Lidl erwerben kann. Während die Kette 2005 mit Metro und Tengelmann an der Spitze der Negativhitliste der Pestizidbelastung stand, ist sie 2007 im grünen Bereich. Zufall? Immerhin kauft Lidl das Magazin günstig beim Verlag ein und platziert es in einem vorteilhaften Regal an der Kasse. Zudem ist die Auflage rasant gestiegen; über die Hälfte liegt bei Lidl aus.
Ein Sprecher des Discounter bestätigt dann auch, dass man nach den miserablen Testergebnissen auf Greenpeace zugegangen sei, und angeboten habe, das Magazin zu vertreiben. Komisch, oder? Die Krone setzt diesem „Zufall“ auf, dass Lidl-Mitarbeiter sich selbst über die guten Ergebnisse wundern. Den die Zulieferer seien die selben wie 2005.
(Quelle: stern.de, focus.de)

Tja, das klingt schon bedenklich. Natürlich ist niemand ohne Makel, und ich will auch nicht Greenpeace angreifen, nur weil sie einmal Mist gebaut haben. Aber es versteht sich von selbst, dass man gerade als Vorzeigeaktivist gegen jegliche Umweltsünden sicher gehen sollte, dass man selbst den Forderungen entspricht. Der Gipfel ist dann, dass zwar die Auflage der benannten Greenpeace Publikation gestiegen ist, das Absatz bei Lidl aber zu wünschen übrig lässt – die Magazine landen zu zehntausenden im Müll. Was Greenpeace nicht stört, da sie ja bereits bezahlt sind.


Die Erlösung

12. Juni 2007

Seit ich in die 12. Klasse gekommen bin, weiß ich: Meine Schulzeit neigt sich dem Ende zu. Vor einigen Monaten habe ich registriert: Im Juni ist es vorbei. Und heute wird mir bewusst: Es ist vorbei!

Während nach den schriftlichen Prüfungen das große, absolute Hochgefühl bei mir ausgeblieben war, laufe ich heute seit 16:15 mit einem Dauergrinsen durch die Welt. Ich wäre vor dem Colloquium beinahe an einem Herzinfarkt gestorben, und habe mir noch während der Prüfung Gedanken gemacht, wie ich reagieren soll, falls ich den Prüfern vor die Füße speie. Naja, alles ist glatt gelaufen. Bis auf eine einzige Frage habe ich alles gewusst. Leider, denn ich habe es so gut gemacht, dass man mir mehr Fragen stellen musste, weil meine Antworten wie aus der Pistole geschossen kamen. Aber dafür habe dann ja fast alle gewusst, sodass dieser eine Lapsus nicht allzu sehr ins Gewicht fallen dürfte.
Ich bin glücklich.

Nicolas Chamfort:
„Das altmodische Wort Zufriedenheit mit sich und der Welt ist, trotz allem Fortschrittsglauben, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, der Schlüssel zum Geheimnis des Glücks.“

Das trifft gerade einfach zu.


Paris Hilton

12. Juni 2007

Irgendwie ist es mir ja fast schon peinlich, dass diese Plage nun Einzug hält in meinen Blog. Das beweist einmal mehr, dass sich diesem globalen Virus beinahe niemand entziehen kann. So gut wie kein Medium, nicht einmal die vermeintlich seriösen, kommen ohne Paris-Hilton-Gefängnis-Berichterstattung aus. Einige davon sind dann wenigstens integer genug, sich im Nachhinein selbst zu kritisieren oder sich über die Hiltonmanie auszulassen. Nun aber mein ganz persönlicher Beitrag zur Hilton-Influenza.

Da kann sich Paris, die ja ganz freiwillig anderen Männer und Zuschauer „eine Nacht in ihr“ anbot, nun nicht entscheiden: Will sie ins Gefängnis oder nicht? Was bringt mehr Publicity, im Gefängnis einzusitzen oder wieder rauszukommen? Beides falsch, viel mehr PR erzielt eine Inhaftierung, die eine Entlassung und eine erneute Inhaftierung nach sich zieht. Paris oder wenigstens ihre Vermarkter sind ja nun nicht vollkommen blöd, auch wenn sie mit dem Anschein, das zu sein, Profit machen. Also folgt der nächste Schachzug, der vor allem in ohnehin Hiltonisierten Amerika Erfolg haben wird:

Paris Hilton (26) gibt sich nach dem Hin und Her um ihre Gefängnisstrafe reumütig. „Ich habe mich dumm betragen“, sagte das Partygirl nach Angaben des TV-Senders ABC in einem Telefonat mit der populären Fernsehmoderatorin Barbara Walters. „Das ist nicht mehr länger niedlich. Ich möchte es jetzt anders machen. … Gott hat mir diese neue Chance gegeben.“

Wie bitte, Gott war das? Mit Verlaub, Frau Hilton. Er wird seinen größten Fehler seit der Sintflut ja nicht noch weiter unterstützen!
Nein, das ist schon ein ganz ausgefuchster, wenn auch nicht mehr neuer Trick. Das von Gott auserwählte, an Gott glaubende und in Gott vernarrte amerikanische Volk wird Paris dafür lieben. Ich bin gespannt, wann die erste „Bible by Paris“ oder ein Gebetsbüchlein erscheint. Das Übel, dass den Namen einer Hotelkette trägt, wird nicht mehr wegzudenken sein.

Doch, bei aller Verzweiflung ob der Karriere eines solchen Phänomens, seit wann geht dass eigentlich so? Man hat sich so sehr daran gewöhnt, dass Hilton amerikanische Bauern in Reality-TV-Serien terrorisiert oder hie und da über irgendeinen roten Teppich spaziert, es ist so selbstverständlich, dass jemand Geld mit seiner puren Existenz verdient, dass niemand nachfragt: Seit wann gibt es Paris Hilton? Ich will es versuchen.

Paris Whitney Hilton erschien im Jahr 1981 auf unserem wenigstens bis Dato schönen Planeten. Zunächst dürfte sie allerdings höchstens als „Hilton-Erbin“ bekannt gewesen sein. Das änderte sich erst im Jahr 2000, das also in dieser Hinsicht eine echte Millenniumskatastrophe darstellt: Paris lies sich für die Zeitschriften FHM und GQ ablichten. Rasend schnell infizierte sie mit diesem taktisch klugen Mittel Millionen Mitglieder der Spezies Mann, die leider als Hauptabonnent diverser Magazine für diese Art Krankheiten sehr anfällig ist. Nach diesem denkwürdigen Jahr perfektionierte Hilton ihren Beruf, nämlich den des „It-Girls„, also einem Mädchen „mit dem gewissen etwas“. 2003 folgte die Serie „The simple Life„, die eigentlich aufgrund miserabler Einschaltquoten zum scheitern verurteilt war. Hier hätte man das Paris-Hilton-Phänomen noch aufhalten können. Doch wieder waren es mehr oder minder ahnungslose Männer, die unbedingt „eine Nacht in Paris“ verbringen wollten und den gleichnamigen „Dokumentarfilm“ über die sexuellen Vorlieben eines It-Girls kauften. Doch Paris in Paris reichte nicht, man wollte das Mädel nun auch auf dem Bauernhof, in einer Firma usw. sehen. Die Quoten stiegen, Paris setzte sich in den Köpfen fest. daran konnten auch schlechte Bücher oder schlechte Horrorfilme nichts mehr ändern. Spätestens seit 2003 darf sich die Welt über tägliche Meldungen freuen, die so wichtige Themen aufgreifen wie „Ist Tinkerbell zu fett?“ „Warum ist Paris über den roten Teppich gestolpert?“ usw.

Dies erweckt, wie bereits erwähnt, den Anschein, als sei Paris Hilton ziemlich dumm. Doch das gehört zum Markenprinzip. Denn das ist Paris Hilton vor allem: Eine Marke, ein Konzern. Zu „ihr“ gehören: Nachtklubs, Parfums, Filme, Musik, Werbeverträge. Paris Hilton verdient mit Blödheit Geld, der Traum vieler anderer Menschen. Natürlich hat sie nicht den Stein der Weisen gefunden, das wäre ja konträr zum Image. Aber sie hat gelernt, wie man aus Scheiße Gold machen kann.


Rock im Park 2007

4. Juni 2007

Seit Jahren war ich immer wieder kurz davor, hin zu gehen. Seit Jahren waren entweder zu wenig Bands dabei, die mich interessiert haben, kam etwas dazwischen oder war das Ticket einfach zu teuer. Doch dieses Jahr habe ich bereits im Februar die 108 € auf den Tisch gelegt und es stand also fest, dass dieses Jahr meine persönliche RIP-Premiere kommen sollte.

Ich habe zwar wenigstens auf heute 10 Stunden geschlafen, fühle mich aber dennoch ziemlich gerädert. Aber ich bin glücklich. Und RIP 2008 wird mich aller Wahrscheinlichkeit nach als Gast begrüßen dürfen.

Freitag, 01.06.07
Nachdem ich nach meiner Rückkehr aus Waldmünchen, wo ich ein Seminar besucht hatte, gerade einmal eine halbe Stunde Zeit hatte, um meine Freunde vom Bahnhof abzuholen, sie in meinem Zimmer einzuquartieren und anschließend völlig überstürzt (ohne geeignetes Schuhwerk, ohne Regenjacke und Getränke) in die Stadt zu fahren. Gegen 15:00 konnten wir nach halbstündigem Anstehen für Armbänder und Abtastung zur Centerstage pilgern. Revolverheld konnten die Menge nicht wirklich begeistern, und es hat vermutlich auch dem Wettergott nicht gefallen: Mit dem Schlussakkord setzte Platzregen ein. Binnen Minuten waren zehntausende Menschen durchnässt, es sei denn sie hatten ein rosarotes T-Online Regencape ergattert. Zu diesen Glücklichen gehörte ich aber nicht. Unterstände waren ebenfalls Mangelware, und so trocknete mein Hemd dann während der Riffs von Good Charlotte. Lange wartete die Menge dann auf Velvet Revolver, eine Band die leider relativ wenige zu kennen scheinen. Doch als Frontmann Scott Weiland nach halbstündiger Verspätung im Wintermantel die Bühne enterte, riss der klassische Hardrock der Gruppe viele mit sich. Ich jedenfalls sprang sprichwörtlich im Dreieck. Als wir gerade relativ trocken waren, setze starker Nieselregen ein – meine Clique teilte sich auf, die einen warteten in der dampfenden Zuschauermasse auf Korn, ein Kumpel und ich selbst verzogen uns in die überdachte Clubstage, wo es erstaunlich warm war. Der Höhepunkt am Freitag waren dann zweifelsfrei die Ärzte. Im Gegensatz zu den englischen und amerikanischen Bands hatten sie natürlich keine Probleme, das Publikum angemessen zu stimulieren. Jeder konnte wenigstens ein paar der unzähligen Ärzte-Songs auswendig, und so war es gigantisch, ca. 50.000 Menschen gleichzeitig „Arschloch“ schreien zu hören. Im Vergleich dazu mussten Wir sind Helden leider den kürzeren ziehen. Die kompliziertere Lyrik und der meiner Meinung nach nicht wirklich massentaugliche Stil verhinderten eine Masseneuphorie wie bei den Ärzten. Jedoch nahm ich beeindruckt zur Kenntnis, das Judith Holofernes anscheinend an ihrem Gesang gearbeitet hat – vielleicht hat auch die Lautstärke Unzulänglichkeiten verdeckt – es waren viel weniger Abstürze und schiefe Töne als beim WsH-Konzert 2005 in Erlangen. Gegen 1:00 marschierten wir durch Müll und Matsch in Richtung Bus.

Samstag, 02.06.07
Am Samstag interessierte uns zu erst Billy Talent. Nach wenigstens acht Stunden Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück stürzten wir uns also nachmittags in die Menge. Irgendjemand, ich weiß nicht mehr wer, wollte unbedingt möglichst weit nach vorne. Und so standen wir also pünktlich zu den ersten Tönen kurz vor dem Wellenbrecher. Es war der helle Wahnsinn. Wenn ca. 1000 Menschen um einen herum gleichzeitig eine Pogo-Attacke starten, kann man sich nicht wirklich wehren. Ich wollte es auch nicht mehr. Folglich schwamm ich volle eineinhalb Stunden auf der Menschenmenge, manchmal auch beinahe unter ihr. Man muss schon höllisch aufpassen, nicht unter die Füße zu kommen. Überraschend dann auch die Hilfsbereitschaft. Während die Crowd-Diver bedingungslos getragen wurden (von einigen Abstürzen mal abgesehen), bekamen die Gefallenen sofort mindestens eine Hand gereicht. Trotzdem grenzt es an ein Wunder, dass meine Brille noch heil ist und auch sonst nichts Großes passiert ist. Aber ich hatte genug von Pogo und so ordneten wir uns nach einer kurzen Trinkpause (Alle Getränke 3,30 € + 1 € Pfand!) etwas weiter hinten ein. Endlich sollte mein persönliches Highlight kommen: Muse. Man könnte sagen: Sie kamen, spielten und gingen. Wie auf den Alben von Muse ließen sie auch Live keine Sekunde Verschnaufspause. Das erste Lied war „Knights of Cydonia“ und bereits nach wenigen Akkorden war ich im siebten Himmel. Die Bässe und Gitarrenriffs durchdrangen meinen Körper, mein Herz sackte fast in die Hose – unbeschreibbar. Wie kann man live nur so perfekt, so kristallklar und gewaltig spielen? Es steht fest: Ich werde Muse-Groupie!
Alles nach Muse war zwar nicht schlecht, aber eben nicht Muse. Linkin Park konnten mich mit ihrem halbstündig verzögerten Auftritt, der dann nur eine dreiviertel Stunde dauerte, nicht mehr vom Hocker reißen. Er war nicht übel, aber nicht außergewöhnlich. Lobend zu erwähnen ist, das Chester Bennigton die Kreischerei zugunsten von mehr Gesang eingeschränkt hat. Gut so! Enttäuschend dann das 2Late-Night-SepcialEvanescence um 1:00 Uhr. Amy Lee kommt live nie und nimmer an die Plattenversion ran, und so konnte ich mich nicht in die Musik hineinsteigern. Erst nach dem dritten Song kam etwas Stimmung auf, obwohl die Frontfrau wirklich alles gab – aber es war nicht genug. Und für so etwas kamen wir erst um 5:00 nach Hause!

Sonntag, 03.06.07
Der Sonntag war sicherlich der schwächste Tag des Festivals. Im Prinzip sind wir nur wegen Papa Roach und den Beatsteaks aufgestanden. Als wir dann pünktlich bei der Alternastage waren, konnten Papa Roach wegen Stimmverlust nicht auftreten. Super! Zwei Stunden warten auf die Beatsteaks. dazwischen spielten zwar die kaiser Chiefs und Mando Diao. Aber Erstens hören die sich für mich sehr gleich an und Zweitens mag ich diese Musik nicht. Um 20:00 machten endlich die Beatsteaks Furore. Sie waren erwartungsgemäß gut und hatten das Publikum im Griff: – „Kniet euch hin!“ Und die Menge tat es. – Jedoch waren mir zu wenig Songs geläufig, weshalb ich leider nicht mitjohlen konnte. Dafür sprang ich umso höher. Vielleicht hätten wir uns die Smashing Pumpkins anhören sollen, aber die kannte nun wirklich keiner. Also fuhren wir nach Hause, tranken ein Bier und fanden gegen1:00 endlich einen langen, erholsamen Schlaf.



Die Klasse, der Verein, der Club und die Partei

27. Mai 2007

Für Freitag hatte sich kurzfristig eine kleine Fete am Brombachsee ergeben. Mit Zelt, Grillfleisch und diversen Getränken trudelte ich mit einigen Freunden dort ein. Bis ca. 3 Uhr früh feierten wir ausgelassen unser – fast – bestandendes Abitur. Dabei hatte ich die Gelegenheit einige alte Klassenkameraden zu treffen, die, genau wie ich selbst, bereits früher unsere „K13″ verlassen haben. Es war schön, die ganzen alten Freunde wieder zu sehen. Zumal auch die ehemaligen „Feinde“ aus Mobbingzeiten davon nichts mehr wissen wollten – im positiven Sinn. Alles ist vergessen und vergeben, neue Freundschaften wurden mit Bier besiegelt. Alles in allem ein wunderschöner Abend, ohne jeglichen negativen Beigeschmack.

Nachdem ich aufgrund meiner mangelhaften Toleranz gegenüber den Geräuschen der Natur bereits um 7 Uhr früh das Zelt verlassen hatte, folgte gegen 8 Uhr der Abbau, da meine Mitbewohner ebenfalls das Freie suchten, als die Sonneneinstrahlung das Innere des Zeltes in eine Sauna zu verwandeln drohte. Wie schnell so eine Party doch zu Ende ist. Ich setze meine Freunde zu Hause ab und fuhr – völlig unausgeschlafen, aber trotzdem glücklich – nach Hause, dem nächsten Termin entgegen: 18:00, Konzert mit dem Männergesangsverein meines Heimatortes. Ja, ich pflege dort altes Liedgut und nein, ich höre auch andere Sachen in meiner Freizeit. Als ehemaliger Profichorsänger ist es auch interessant, in einem Laienchor zu singen. Es ist allerdings nicht nur ungewohnt, sondern auch unbefriedigend, wenn selbst die Konzerte amateurhaft wirken. So geschehen bei besagtem Konzert. Es lag aber an der mangelhaften Organisation, nicht an den Beteiligten. Oder an den Erwartungen. Aber für fünf €uro darf man getrost etwas Qualität erwarten, und zwar über Schulchorniveau – den den kann man auch kostenlos bewundern. Wenn also die Veranstalter bei fünf €uro Eintritt schonmal nur Amateure engagieren, sollte doch wenigstens die Organisation den Preis rechtfertigen. Aber das war nicht der Fall: Der sich bereits den ganzen Tag anbahnende Regenguß führte dazu, dass die Besucher, aufgefordert von einer schlechten Moderation, ihre Stühle selbst in überdachte Ersatzräumlichkeiten tragen mussten. Dieses Provisorium bot nach einem behobenen Stromausfall gerade genug Platz für alle Beteiligten. Nun, der Akkustik war es zuträglich und so hatte wenigstens mein Chor was vom Regen…wie passend da unser Volkslied: „Es bricht aus allen Wolken [Zweigen]„.

Gekrönt wurde der Samstag zweifelsohne vom traumhaften Pokalsieg des Clubs. Ich bin und war nie Fussballfan. Aber dieses Spiel hat sogar mich gefesselt und ich bedauere es noch jetzt, dass ich nicht in die Stadt gefahren bin um die Stimmung live zu erleben. So biss ich mir alleine vor dem Fernseher beinahe einen Fingernagel ab, als es 2:2 stand. Vielleicht betrete ich ja bald wirklich zum ersten Mal ein Stadion als Zuschauer. Die Stimmung die ich über den Fernseher empfing, lässt mich ahnen: Der Besuch könnte sich lohnen.

Morgen breche ich auf zu einem Seminar der Jugendorganisation meiner Partei. Ich freue mich auf die erholsame Umgebung im Bayerischen Wald, auf das Tagungshotel und auf erfrischende Diskussionen. Glücklicherweise haben sich die Vorbehalte vieler Menschen gegen derlei „Indoktrinationveranstaltungen“ aus meiner Sicht noch nicht bestätigt. Entweder findet also keine Indoktrination statt, oder ich merke es schon nicht mehr. In jedem Fall werde ich bis Freitag weitgehend von der Außenwelt und dem WWW abgeschottet sein, es sei denn ich finde einen Internetcomputer, vorausgesetzt es gibt dort schon Internet.


Abi (fast) habi…

16. Mai 2007

Jetzt ist es also fast vorbei mit der Schulzeit, von der manche sagen, ich würde mich später einmal danach sehen. Nun, Sehnsucht verpüre ich zur Zeit auch: Die neu gewonnene Freiheit genießen, endlich ins Leben starten – das sind die nächsten Ziele.

Die Freiheit haben meine Kollegiaten aus dem DeutschLK und ich von gestern auf heute bereits ausgiebig genutzt: Feiern war angesagt, und so nisteten sich neun geschaffte aber fröhliche Fast-Abiturienten kurzfristig bei einer Mitschülerin ein. In einem Pavillon im Garten grillten wir, bedienten uns am Salatbuffet. Natürlich floß auch reichlich Alkohol, aber unsere DeutschLK-Clique schlägt nicht zu sehr über die Stränge. Zwar war es wegen des schlechten Wetters zuletzt verdammt kalt, aber Decken schützten von außen, und der gute Wein wärmte von Innen. Gegen halb vier machten wir uns dann auf den heimweg, um uns heute morgen um 14:00 Uhr (!) zum gemeinsamen Frühstück in ein nettes Café zu setzen. Das dauerte widerum bis vier Uhr anchmittags, sodass wir nun fast 24 Stunden beisammen waren. Und, was soll ich sagen: Weitere 24 Stunden wären auch kein Problem!

Als ich vor zwei Jahren an meine jetztige Schule wechselte, hatte ich keine Ahnung, was ich für Leute treffen würde. Aber ich hatte die Hoffnung, dass es tolle sein würden. Und: Meine Wünsche wuden alle übertroffen. Ich habe seit September 2005 die beste Zeit meines ganzen Lebens gehabt! Und ein Ende ist nicht in Sicht.