Ein schöner Abend

18. Mai 2008

Nach langer Zeit ist es gestern endlich wieder gelungen, den größten Teil des Freundeskreises an einem Abend zu versammeln. Schon vor eineinhalb Wochen hatte ich das ganze als Grillparty angesetzt – und das auch konsequent durchgezogen, trotz stürmischer Böen und einiger Schauer. Der Gasgrill macht es möglich.

Uns so unterhielten wir uns einige Stunden bei Steaks, Nürnberger Bratwürsten, diversen Salaten – insgesamt viel zu viel, die Hälfte steht noch hier rum – über Gott und die Welt. Anstatt diese Feier wegen der widrigen Umstände oder für eine andere Veranstaltung – ich war zu einem Geburtstag eingeladen – zu verschieben, hatten ich einen sehr schönen Abend. Manchmal lohnt es sich eben doch, an bewährtem festzuhalten.


Ist es lustig!?

13. Mai 2008

Heute bin ich bei einem großen Videoportal im Internet auf folgendes…nunja, interessante Schnippselchen gestoßen:

Irgendwie ist es ja wirklich lustig. Ich meine: Wer hat noch nie einen dieser „netten“ Menschen getroffen, die sehr mitfühlend und aufopferungsvoll sind – jedenfalls solange man ihnen nicht widerspricht oder etwas in Frage stellt. Und jetzt kann und will ich gerne darüber lachen. Aber eigentlich ist es verstörend. Es gibt so viele dieser … fehlgeleiteten Seelen, um im Jargon zu schreiben. Ich bin auf den Tag gespannt, an dem dieses ewige Ratespiel aufgelöst wird, wer nun im Besitz der Wahrheit ist. Wer wird am Ende lachen? Atheisten, Christen, Molsems, Juden, Buddhisten, Hindus usw. ? Ich befürchte fast, alle werden mit offenem Mund auf die Lösung starren, die möglicherweise noch niemand (bis auf Einen!) in Betracht gezogen hat:

Maus


Ironman

13. Mai 2008

Wie bereits berichtet, war ich vor Kurzem unversehens in der Marvel-Comic-Verfilmung „Ironman“. Da der Kinobesuch nicht geplant war, konnte ich mich auf diesen Film nicht vorbereiten und geriet also völlig uninformiert in Sachen Inhalt, Geschichte und Schauspieler in ein ziemlich gutes Actionspektakel.

Zunächst einmal aber zur Story: Der Waffenproduzent und Milliardär Tony Stark wird kurz nach der Vorführung einer neuen Wunderwaffe vor stationierten US-Truppen in Afghanistan entführt. Ein Milizführer, der bereits viele Waffen von Starks Firma erworben hat, möchte nun, dass Stark ihm die gerade Vorgeführte nachbaut. Gemeinsam mit einem Mitgefangenen macht sich der Waffenentwickler aber daran, einen eisernen Schutzpanzer zu bauen, um sich den Weg aus dem Gefängnis freischießen zu können. Der Plan funktioniert und Stark kehrt, leicht lädiert, nach Amerika zurück. Geläutert durch seine Erlebnisse erkennt er, dass seine Waffen nicht wie angenommen die USA schützen und zum Frieden beitragen, sondern von Freund und Feind gleichermaßen benutzt werden um zu töten. Während er nach und nach die Kontrolle über die Geschäfte vollends an seinen väterlichen Freund und Vizechef des Konzerns, Stane, verliert feilt er an der „Ironman“-Rüstung, die als Ein-Mann-Armee mit sprichwörtlicher Eisenhaut schlimmere Konflikte verhindern können soll. Stane kommt jedoch bald dahinter und will das Potenzial des Prototyps für die Waffenproduktion einsetzen. Schließlich kommt es zum Kampf zwischen den beiden „Ironman“-Typen, bei dem letztlich Stark obsiegt.

Diese kurze Inhaltsangabe hätte mich wohl davon abgehalten, den Film anzusehen. Aber, zum Glück (!), habe ich nichts über diesen Film gewusst und wurde somit positiv überrascht.

Die Geschichte gibt weitaus mehr her, als es die Zusammenfassung vermuten lässt. Der Geld-, Party- und Egobesessene Waffenproduzent, der zwar mit dem Krieg Geld verdient, denselben jedoch erst wahrnimmt, als er selbst verwundet wird, führt zu Beginn des Films in die Handlung ein. Rückblenden überspitzen das Playboyleben Starks wirkungsvoll und stehen einem Comic und seiner Verfilmung gut an. (Obschon ich zugeben muss, dass ich auch den Comic nicht kenne – aber so große Unterschiede zu anderen dürfte es nicht geben, oder?)

Erst in afghanischer Gefangenschaft wird aus dem passiven Sonnyboy ein leicht nachdenklicher Typ, der sich auf einmal seines bisherigen Lebens und dessen Inhalts bewusst wird: Starks Unternehmen produziert und entwickelt Waffen – allerdings befasst sich der Firmenchef quasi nur mit dem letzten Ergebnis davon: Geld. Leider wird der eigentliche Grund für diesen Sinneswandel- in meinen Augen die beinahe tödliche Verletzung durch Granatsplitter, die jetzt ständig in Starks Herzen wandern können (deshalb trägt Stark im ganzen Film einen seltsamen Magnetmotor auf der Brust, der dann auch den „Ironman“-Anzug antreibt – zu wenig beachtet. Zugunsten einer kurzen und herzlichen Beziehung des Amerikaners Stark (!) zu einem afghanischen Mitgefangenen (der kurz darauf heldenhaft für Stark (!!) stirbt), die wohl die üblichen (Ex)-Sowjet-Afghanen-Iraker-Syrer-usw.-Antagonisten in anderen Filmen entschuldigen soll versäumt der Film hier eine Möglichkeit, den ansatzweise vorhandenen Charakter des Protagonisten auszuformen. Allerdings macht Robert Downey auch so eine ganz gute Figur.

Nach de Rückkehr in die Staaten ist es mit der Persönlichkeitsentwicklung auch schon wieder vorbei; einzig die Beziehung zu Starks Assistentin findet noch Beachtung: Echte Liebe kommt nicht auf da sich der Ex-Waffenlieferant nun ganz auf seine neue „Flamme“, den Weltfrieden (direkter: den „Ironman“-Anzug) konzentriert. Vielleicht kann man auch die völlige Abstinenz von den Firmengeschäften als weiteres Indiz auf Starks Wandel werten. (Wahrscheinlicher ist aber, dass Firmengeschäfte in einem Actionstreifen eher uninteressant sind und deswegen einfach fehlen.) Ehrlich gesagt ist dieser Mittelteil ein klein wenig langweilig: Die Testflüge in der sich stets verbessernden Ironman-Kluft sind zwar rasant, aber irgendwie nicht wirklich spektakulär. Einige Slapstick-Einlagen (z.B.: Der Ironman kracht durch sämtliche Decken des Stark’schen Anwesens, als er auf dem Dach landen will, später benutzt er diesen neuen Eingang immer wieder) und irrwitzige Ausflüge nach Afghanistan, wo Ironman erste Friedensmissionen erledigt, locken von Zeit zu Zeit ein Lächeln auf die Lippen. Richtig in Fahrt kommt der eiserne Held (und mit ihm der Film) erst, als sich ein ungeahnter Twist ergibt: Die Entführung durch afghanische Milizen war nämlich von Starks Vize angeordnet, der dort seinen Chef loswerden wollte. Prompt steht der Ex-Freund und fortan Erzschurke Stane auch schon in Starks Wohnung, reißt demselben den Magneten von der Brust und nutzt ihn als Antrieb für seinen ganz eigenen Ironman – ein wahres Kriegsmonster. Glücklicherweise hat die kluge Assistentin noch einen Motor aufgehoben und so stellt sich der wahre Ironman, wenn auch verletzt und schwach, dem überdimensionalen Gegner. Natürlich – und Gottseidank ohne langes melodramatisches Hin- und Her – gewinnt der Gute, siegt Ironman.

Die Effekte sind – toll. Was auch sonst. Ich meine , bei einer Großproduktion aus Hollywood darf an technischen Dingen eigentlich nichts mehr auszusetzen sein.  Man sieht wofür das Geld ausgegeben wurde. Ein schönes Schmankerl ist, dass der Handlungsort diesmal nicht  das sonst so attraktive New York ist.

Insgesamt konnten mich die Story, zwei gute Darsteller um den glänzenden Robert Downey und eine gute Portion Komik überzeugen. Ironman ist ein guter Film und eine sehr gute Comic-Verfilmung – und macht Lust auf mehr. Ironman ist nicht austauschbar mit anderen Marvelgestalten sondern erfrischend anders. Bleibt zu hoffen, dass das angekündigte Sequel diese Leistung fortführt.


Ein spontaner Abend

12. Mai 2008

Der gestrige Abend wurde entscheidend von einigen spontanen Einfällen geprägt. Das ist verwunderlich; normalerweise ist das mit einem Zauderer wie mir nicht so einfach. Aber wenn sowieso der „Plan“ über den Haufen geworfen worden ist bin anscheinend sogar ich imstande mich auf Unvorhergesehenes einzulassen.

Wie gesagt: Der Plan war ohnehin gefloppt. Ursprünglich wollte ich mit Freunden in einer Diskothek den Abend/die Nacht verbringen – ein bekannter DJ hat da gestern aufgelegt. Aber einige meiner Kompagnons haben den bekanntesten Song von Fedde Le Grand wohl zu wörtlich genommen: „Let me think about it“. Und irgendwann sind die dann zum Schluss gekommen, den Abend einfach mal spontan abzusagen. Sie wussten wohl nicht, was sie mir damit angetan haben. Spontane Änderungen verkraftet mein Gehirn sehr selten, jedenfalls nie ohne mittlere Katastrophen auszulösen. Denn: Wenn ich einen Plan gefasst habe, will ich den auch umsetzen. Und wenn schon die eigentliche Aktivität nicht stattfindet, dann muss eben ein Ersatz her, der ansonsten die gleichen Umstände hat. In diesem Fall also: Irgendeine Abendgestaltung in der Stadt. Wie gut, dass ich mich für die Zeit vor dem angedachten House-Besuch sowieso verabredet hatte. Also baute ich das (teure) Eisessen kurzerhand aus: In Nürnberg wird nämlich zur Zeit die U3, die erste automatische ergo fahrerlose U-Bahn in Deutschland, getestet und soll im Juni in den fahrplanmäßigen Betrieb gehen. Sozusagen zur „Eingewöhnung“ und als Gelegenheit zur Anfreundung mit der modernen Technik kann man aber schon jetzt an Wochenenden mitfahren.  Wenige Minuten nach meinem Einfall saßen wir auch schon in einem modernen Zug, bei dem in Ermangelung eines Fahrers die Führerkabine durch eine große Panoramascheibe ersetzt wurde. Es ist schon ein komisches (kein schlechtes!) Gefühl, in einen gähnenden Tunnel zu starren. Das ganze hat dann ein bisschen was von Achterbahn, wenn die Züge Fahrt aufnehmen. Nun, ich kann nicht meckern: Die Computer steuern ziemlich exakt, was sich vor allem bei Bremsungen und Beschleunigung bemerkbar macht: Kein einziges Mal zu viel davon. Also weder Ruckeln noch abruptes Bremsen. Toll.

So fuhren wir also 25 Minuten die neue Linie ab, sahen uns die Bahnhöfe an und staunten. Anscheinend haben die Verantwortlichen  aus den Bausünden in Sachen U-Bahnhof gelernt: Licht, bisweilen auch Farbe und Eleganz dominieren in den architektonischen Kategorien.

Gegen neun Uhr verschlug es uns dann noch ins Kino – „Ironman“ zeigte uns seine stahlharte Faust. In Kürze mehr zu diesem nicht einmal schlechten Film.