Ein schöner Abend

18. Mai 2008

Nach langer Zeit ist es gestern endlich wieder gelungen, den größten Teil des Freundeskreises an einem Abend zu versammeln. Schon vor eineinhalb Wochen hatte ich das ganze als Grillparty angesetzt – und das auch konsequent durchgezogen, trotz stürmischer Böen und einiger Schauer. Der Gasgrill macht es möglich.

Uns so unterhielten wir uns einige Stunden bei Steaks, Nürnberger Bratwürsten, diversen Salaten – insgesamt viel zu viel, die Hälfte steht noch hier rum – über Gott und die Welt. Anstatt diese Feier wegen der widrigen Umstände oder für eine andere Veranstaltung – ich war zu einem Geburtstag eingeladen – zu verschieben, hatten ich einen sehr schönen Abend. Manchmal lohnt es sich eben doch, an bewährtem festzuhalten.


Ist es lustig!?

13. Mai 2008

Heute bin ich bei einem großen Videoportal im Internet auf folgendes…nunja, interessante Schnippselchen gestoßen:

Irgendwie ist es ja wirklich lustig. Ich meine: Wer hat noch nie einen dieser “netten” Menschen getroffen, die sehr mitfühlend und aufopferungsvoll sind – jedenfalls solange man ihnen nicht widerspricht oder etwas in Frage stellt. Und jetzt kann und will ich gerne darüber lachen. Aber eigentlich ist es verstörend. Es gibt so viele dieser … fehlgeleiteten Seelen, um im Jargon zu schreiben. Ich bin auf den Tag gespannt, an dem dieses ewige Ratespiel aufgelöst wird, wer nun im Besitz der Wahrheit ist. Wer wird am Ende lachen? Atheisten, Christen, Molsems, Juden, Buddhisten, Hindus usw. ? Ich befürchte fast, alle werden mit offenem Mund auf die Lösung starren, die möglicherweise noch niemand (bis auf Einen!) in Betracht gezogen hat:

Maus


Ironman

13. Mai 2008

Wie bereits berichtet, war ich vor Kurzem unversehens in der Marvel-Comic-Verfilmung “Ironman”. Da der Kinobesuch nicht geplant war, konnte ich mich auf diesen Film nicht vorbereiten und geriet also völlig uninformiert in Sachen Inhalt, Geschichte und Schauspieler in ein ziemlich gutes Actionspektakel.

Zunächst einmal aber zur Story: Der Waffenproduzent und Milliardär Tony Stark wird kurz nach der Vorführung einer neuen Wunderwaffe vor stationierten US-Truppen in Afghanistan entführt. Ein Milizführer, der bereits viele Waffen von Starks Firma erworben hat, möchte nun, dass Stark ihm die gerade Vorgeführte nachbaut. Gemeinsam mit einem Mitgefangenen macht sich der Waffenentwickler aber daran, einen eisernen Schutzpanzer zu bauen, um sich den Weg aus dem Gefängnis freischießen zu können. Der Plan funktioniert und Stark kehrt, leicht lädiert, nach Amerika zurück. Geläutert durch seine Erlebnisse erkennt er, dass seine Waffen nicht wie angenommen die USA schützen und zum Frieden beitragen, sondern von Freund und Feind gleichermaßen benutzt werden um zu töten. Während er nach und nach die Kontrolle über die Geschäfte vollends an seinen väterlichen Freund und Vizechef des Konzerns, Stane, verliert feilt er an der “Ironman”-Rüstung, die als Ein-Mann-Armee mit sprichwörtlicher Eisenhaut schlimmere Konflikte verhindern können soll. Stane kommt jedoch bald dahinter und will das Potenzial des Prototyps für die Waffenproduktion einsetzen. Schließlich kommt es zum Kampf zwischen den beiden “Ironman”-Typen, bei dem letztlich Stark obsiegt.

Diese kurze Inhaltsangabe hätte mich wohl davon abgehalten, den Film anzusehen. Aber, zum Glück (!), habe ich nichts über diesen Film gewusst und wurde somit positiv überrascht.

Die Geschichte gibt weitaus mehr her, als es die Zusammenfassung vermuten lässt. Der Geld-, Party- und Egobesessene Waffenproduzent, der zwar mit dem Krieg Geld verdient, denselben jedoch erst wahrnimmt, als er selbst verwundet wird, führt zu Beginn des Films in die Handlung ein. Rückblenden überspitzen das Playboyleben Starks wirkungsvoll und stehen einem Comic und seiner Verfilmung gut an. (Obschon ich zugeben muss, dass ich auch den Comic nicht kenne – aber so große Unterschiede zu anderen dürfte es nicht geben, oder?)

Erst in afghanischer Gefangenschaft wird aus dem passiven Sonnyboy ein leicht nachdenklicher Typ, der sich auf einmal seines bisherigen Lebens und dessen Inhalts bewusst wird: Starks Unternehmen produziert und entwickelt Waffen – allerdings befasst sich der Firmenchef quasi nur mit dem letzten Ergebnis davon: Geld. Leider wird der eigentliche Grund für diesen Sinneswandel- in meinen Augen die beinahe tödliche Verletzung durch Granatsplitter, die jetzt ständig in Starks Herzen wandern können (deshalb trägt Stark im ganzen Film einen seltsamen Magnetmotor auf der Brust, der dann auch den “Ironman”-Anzug antreibt – zu wenig beachtet. Zugunsten einer kurzen und herzlichen Beziehung des Amerikaners Stark (!) zu einem afghanischen Mitgefangenen (der kurz darauf heldenhaft für Stark (!!) stirbt), die wohl die üblichen (Ex)-Sowjet-Afghanen-Iraker-Syrer-usw.-Antagonisten in anderen Filmen entschuldigen soll versäumt der Film hier eine Möglichkeit, den ansatzweise vorhandenen Charakter des Protagonisten auszuformen. Allerdings macht Robert Downey auch so eine ganz gute Figur.

Nach de Rückkehr in die Staaten ist es mit der Persönlichkeitsentwicklung auch schon wieder vorbei; einzig die Beziehung zu Starks Assistentin findet noch Beachtung: Echte Liebe kommt nicht auf da sich der Ex-Waffenlieferant nun ganz auf seine neue “Flamme”, den Weltfrieden (direkter: den “Ironman”-Anzug) konzentriert. Vielleicht kann man auch die völlige Abstinenz von den Firmengeschäften als weiteres Indiz auf Starks Wandel werten. (Wahrscheinlicher ist aber, dass Firmengeschäfte in einem Actionstreifen eher uninteressant sind und deswegen einfach fehlen.) Ehrlich gesagt ist dieser Mittelteil ein klein wenig langweilig: Die Testflüge in der sich stets verbessernden Ironman-Kluft sind zwar rasant, aber irgendwie nicht wirklich spektakulär. Einige Slapstick-Einlagen (z.B.: Der Ironman kracht durch sämtliche Decken des Stark’schen Anwesens, als er auf dem Dach landen will, später benutzt er diesen neuen Eingang immer wieder) und irrwitzige Ausflüge nach Afghanistan, wo Ironman erste Friedensmissionen erledigt, locken von Zeit zu Zeit ein Lächeln auf die Lippen. Richtig in Fahrt kommt der eiserne Held (und mit ihm der Film) erst, als sich ein ungeahnter Twist ergibt: Die Entführung durch afghanische Milizen war nämlich von Starks Vize angeordnet, der dort seinen Chef loswerden wollte. Prompt steht der Ex-Freund und fortan Erzschurke Stane auch schon in Starks Wohnung, reißt demselben den Magneten von der Brust und nutzt ihn als Antrieb für seinen ganz eigenen Ironman – ein wahres Kriegsmonster. Glücklicherweise hat die kluge Assistentin noch einen Motor aufgehoben und so stellt sich der wahre Ironman, wenn auch verletzt und schwach, dem überdimensionalen Gegner. Natürlich – und Gottseidank ohne langes melodramatisches Hin- und Her – gewinnt der Gute, siegt Ironman.

Die Effekte sind – toll. Was auch sonst. Ich meine , bei einer Großproduktion aus Hollywood darf an technischen Dingen eigentlich nichts mehr auszusetzen sein.  Man sieht wofür das Geld ausgegeben wurde. Ein schönes Schmankerl ist, dass der Handlungsort diesmal nicht  das sonst so attraktive New York ist.

Insgesamt konnten mich die Story, zwei gute Darsteller um den glänzenden Robert Downey und eine gute Portion Komik überzeugen. Ironman ist ein guter Film und eine sehr gute Comic-Verfilmung – und macht Lust auf mehr. Ironman ist nicht austauschbar mit anderen Marvelgestalten sondern erfrischend anders. Bleibt zu hoffen, dass das angekündigte Sequel diese Leistung fortführt.


Ein spontaner Abend

12. Mai 2008

Der gestrige Abend wurde entscheidend von einigen spontanen Einfällen geprägt. Das ist verwunderlich; normalerweise ist das mit einem Zauderer wie mir nicht so einfach. Aber wenn sowieso der “Plan” über den Haufen geworfen worden ist bin anscheinend sogar ich imstande mich auf Unvorhergesehenes einzulassen.

Wie gesagt: Der Plan war ohnehin gefloppt. Ursprünglich wollte ich mit Freunden in einer Diskothek den Abend/die Nacht verbringen – ein bekannter DJ hat da gestern aufgelegt. Aber einige meiner Kompagnons haben den bekanntesten Song von Fedde Le Grand wohl zu wörtlich genommen: “Let me think about it”. Und irgendwann sind die dann zum Schluss gekommen, den Abend einfach mal spontan abzusagen. Sie wussten wohl nicht, was sie mir damit angetan haben. Spontane Änderungen verkraftet mein Gehirn sehr selten, jedenfalls nie ohne mittlere Katastrophen auszulösen. Denn: Wenn ich einen Plan gefasst habe, will ich den auch umsetzen. Und wenn schon die eigentliche Aktivität nicht stattfindet, dann muss eben ein Ersatz her, der ansonsten die gleichen Umstände hat. In diesem Fall also: Irgendeine Abendgestaltung in der Stadt. Wie gut, dass ich mich für die Zeit vor dem angedachten House-Besuch sowieso verabredet hatte. Also baute ich das (teure) Eisessen kurzerhand aus: In Nürnberg wird nämlich zur Zeit die U3, die erste automatische ergo fahrerlose U-Bahn in Deutschland, getestet und soll im Juni in den fahrplanmäßigen Betrieb gehen. Sozusagen zur “Eingewöhnung” und als Gelegenheit zur Anfreundung mit der modernen Technik kann man aber schon jetzt an Wochenenden mitfahren.  Wenige Minuten nach meinem Einfall saßen wir auch schon in einem modernen Zug, bei dem in Ermangelung eines Fahrers die Führerkabine durch eine große Panoramascheibe ersetzt wurde. Es ist schon ein komisches (kein schlechtes!) Gefühl, in einen gähnenden Tunnel zu starren. Das ganze hat dann ein bisschen was von Achterbahn, wenn die Züge Fahrt aufnehmen. Nun, ich kann nicht meckern: Die Computer steuern ziemlich exakt, was sich vor allem bei Bremsungen und Beschleunigung bemerkbar macht: Kein einziges Mal zu viel davon. Also weder Ruckeln noch abruptes Bremsen. Toll.

So fuhren wir also 25 Minuten die neue Linie ab, sahen uns die Bahnhöfe an und staunten. Anscheinend haben die Verantwortlichen  aus den Bausünden in Sachen U-Bahnhof gelernt: Licht, bisweilen auch Farbe und Eleganz dominieren in den architektonischen Kategorien.

Gegen neun Uhr verschlug es uns dann noch ins Kino – “Ironman” zeigte uns seine stahlharte Faust. In Kürze mehr zu diesem nicht einmal schlechten Film.


Umzug: Ade, Blogger.com

16. Juni 2007

Nachdem ich es nun geschafft habe, über mehrere Monate ein Blog zu betreiben, liegt mir immer mehr am Erhalt meiner Kreation. Auch die Frage nach dem richtigen Auftritt, dem Design und technischer Funktionalität nimmt größeren Raum ein. Es ist nicht mehr nur Geschreibsel, dass ich ab und an veröffentliche, nein, ich will schon ein bisschen Qualität.

Blogger.com war nur die erstbeste Lösung, die ich als Neuling in der Blogossphäre sofort nutzte. Zwischenzeitlich erscheinen mir die Möglichkeiten zunehmend begrenzt und die Bedienung irgendwie umständlich, so dass ich mich mit WordPress auseinandergesetzt habe. Und, was soll ich sagen: Damit komme ich besser zurecht. Außerdem kann ich wesentlich mehr auf einfachstem Weg “anpassen” als hier. Deshalb ziehen die Gedankenwelten heute um und sind ab sofort unter

http://gedankenwelten.wordpress.com

zu finden, mit neuem Gesicht aber gewohntem Inhalt.

Das stinkt doch…:!

14. Juni 2007

Aldi, Real, Netto, Penny und Lidl – nur eine Auswahl der umstrittenen Discounter-Ketten in Deutschland. Der zweifelhafte Umgang mit den Angestellten vor allem bei Aldi und Lidl war bereits Thema in sämtlichen investigativen Magazinen, in Talkrunden und natürlich in den Printmedien. In letzter Zeit wurden aber im Fall Lidl vermehrt positive Berichte und Gerüchte gestreut. Ob es billige Reisen sind, oder der Nahrungsmittelvertrieb über Internet: Lidl ist gut, günstig – und umweltfreundlich. Das jedenfalls suggestiert das Greenpeace-Magazin, dass man seit geraumer Zeit bei Lidl erwerben kann. Während die Kette 2005 mit Metro und Tengelmann an der Spitze der Negativhitliste der Pestizidbelastung stand, ist sie 2007 im grünen Bereich. Zufall? Immerhin kauft Lidl das Magazin günstig beim Verlag ein und platziert es in einem vorteilhaften Regal an der Kasse. Zudem ist die Auflage rasant gestiegen; über die Hälfte liegt bei Lidl aus.
Ein Sprecher des Discounter bestätigt dann auch, dass man nach den miserablen Testergebnissen auf Greenpeace zugegangen sei, und angeboten habe, das Magazin zu vertreiben. Komisch, oder? Die Krone setzt diesem “Zufall” auf, dass Lidl-Mitarbeiter sich selbst über die guten Ergebnisse wundern. Den die Zulieferer seien die selben wie 2005.
(Quelle: stern.de, focus.de)

Tja, das klingt schon bedenklich. Natürlich ist niemand ohne Makel, und ich will auch nicht Greenpeace angreifen, nur weil sie einmal Mist gebaut haben. Aber es versteht sich von selbst, dass man gerade als Vorzeigeaktivist gegen jegliche Umweltsünden sicher gehen sollte, dass man selbst den Forderungen entspricht. Der Gipfel ist dann, dass zwar die Auflage der benannten Greenpeace Publikation gestiegen ist, das Absatz bei Lidl aber zu wünschen übrig lässt – die Magazine landen zu zehntausenden im Müll. Was Greenpeace nicht stört, da sie ja bereits bezahlt sind.


Reingefallen?

13. Juni 2007

Zu tiefst erschrocken war ich, als es hieß, Ralph Giordano setze sich vehement gegen den Moscheebau in Ehrenfeld ein. Es klang damals so, als sei er auch gegen den Islam an sich, weil er ihn – wie PI – als Bedrohung wahrnimmt und nicht zwischen Islam und Islamisten differenziert. Ich kam ins Grübeln, denn warum argumentiert auf einmal jemand, der genau weiß, wie sich Hass gegen eine Bevölkerungsgruppe anfühlt, mit rechtspopulistischen Aussagen gegen eine Religionsgemeinschaft!?

Nun, vielleicht bin ich PIs Propaganda aufgesessen. Zwar bleibt es auch nach neuen Erkenntnissen dabei, dass Girodano den Moscheebau aus komplett unsinnigen Gründen ablehnt. Für ihn ist die Integration gescheitert, und eine Moschee in Ehrenfeld würde das Gegenteil ausdrücken. Interessante Denkweise, kann ich auch: Der Radsport an sich ist schlecht, und eine Tour de France, auch eine saubere, wäre ja ein gegenteiliges Signal.
Beruhigend ist aber, dass er komischerweise nicht vor gemeinsamer Sache mit PI zurückschreckt, sich aber immerhin nicht von Pro Köln benutzten lassen will :D ass er aber mit den Rechtspopulisten keine gemeinsame Sache machen wird, hatte Giordano auf die ihm eigene deutliche Art klargestellt: Pro Köln sei die “lokale zeitgenössische Variante des Nationalsozialismus”, die wenn sie könnten, wie sie wollten, “ihn in eine Gaskammer stecken” würden. Auch nach einer Strafanzeige von Pro Köln wegen dieser Äußerung wird er nicht müde, sie zu wiederholen. Er werde nicht zurückweichen und sehe “dem Prozess im Gegenteil mit freudiger Erregung entgegen”, sagt Giordano zu SPIEGEL ONLINE. Puuh, gerade nochmal die Kurve gekriegt. Aber eigentlich inkonsequent, wenn schon rechts populistisch, dann aber doch bitte richtig. Warum differenziert er nur zwischen PI und Pro Köln? Tja, weil auch PI neuerdings zu Pro Köln Abstand hält. Das verwundert mich nun schon sehr. Aber auch das ist logisch, wenn man genau hinsieht: Mit Ralph Giordano hat PI einen aner- und bekannten Intellektuellen – mit dem lässt sich besser werben als mit einer als rechtspopulistisch bekannten Bürgerinitiative.

Nun, was bleibt? Ralph Giordano kann ich noch nicht so ganz durchschauen. Mal klingt er wie Stefan Herre und Konsorten, wenn er polemisch von “Pinguinen” spricht und dabei Burkaträgerinnen meint. Dann sieht es wieder so aus, als teile er “nur” die allgemeine Phobie vor dem Islam. Und das beunruhigt mich noch mehr.


Lesenswert IV

13. Juni 2007

Da stöbert man morgens gespannt durch die Blogossphäre, und findet mal wieder ausgezeichnete Artikel beim Watchblog Islamophobie:

“Nicht die Moschee stört, sondern die Rassisten”
Arne Hoffmann hat in der Jungen Welt ein Interview mit einem Vertreter der Linken in Köln gefunden. Dieser äußert sich darin auch zur Sache “Ehrenfeld” und Giordano.

“Undankbarkeit gegenüber Politicallyincorrect”
Bigberta analysiert mit wunderbarem Sarkasmus und scharfer Ironie unser beleidigtes Lieblingsblog.

“George Bush’s America”
Was passiert, wenn Kreationisten ihr eigenes Museum bekommen? Genau.


Die Erlösung

12. Juni 2007

Seit ich in die 12. Klasse gekommen bin, weiß ich: Meine Schulzeit neigt sich dem Ende zu. Vor einigen Monaten habe ich registriert: Im Juni ist es vorbei. Und heute wird mir bewusst: Es ist vorbei!

Während nach den schriftlichen Prüfungen das große, absolute Hochgefühl bei mir ausgeblieben war, laufe ich heute seit 16:15 mit einem Dauergrinsen durch die Welt. Ich wäre vor dem Colloquium beinahe an einem Herzinfarkt gestorben, und habe mir noch während der Prüfung Gedanken gemacht, wie ich reagieren soll, falls ich den Prüfern vor die Füße speie. Naja, alles ist glatt gelaufen. Bis auf eine einzige Frage habe ich alles gewusst. Leider, denn ich habe es so gut gemacht, dass man mir mehr Fragen stellen musste, weil meine Antworten wie aus der Pistole geschossen kamen. Aber dafür habe dann ja fast alle gewusst, sodass dieser eine Lapsus nicht allzu sehr ins Gewicht fallen dürfte.
Ich bin glücklich.

Nicolas Chamfort:
“Das altmodische Wort Zufriedenheit mit sich und der Welt ist, trotz allem Fortschrittsglauben, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, der Schlüssel zum Geheimnis des Glücks.”

Das trifft gerade einfach zu.


Paris Hilton

12. Juni 2007

Irgendwie ist es mir ja fast schon peinlich, dass diese Plage nun Einzug hält in meinen Blog. Das beweist einmal mehr, dass sich diesem globalen Virus beinahe niemand entziehen kann. So gut wie kein Medium, nicht einmal die vermeintlich seriösen, kommen ohne Paris-Hilton-Gefängnis-Berichterstattung aus. Einige davon sind dann wenigstens integer genug, sich im Nachhinein selbst zu kritisieren oder sich über die Hiltonmanie auszulassen. Nun aber mein ganz persönlicher Beitrag zur Hilton-Influenza.

Da kann sich Paris, die ja ganz freiwillig anderen Männer und Zuschauer “eine Nacht in ihr” anbot, nun nicht entscheiden: Will sie ins Gefängnis oder nicht? Was bringt mehr Publicity, im Gefängnis einzusitzen oder wieder rauszukommen? Beides falsch, viel mehr PR erzielt eine Inhaftierung, die eine Entlassung und eine erneute Inhaftierung nach sich zieht. Paris oder wenigstens ihre Vermarkter sind ja nun nicht vollkommen blöd, auch wenn sie mit dem Anschein, das zu sein, Profit machen. Also folgt der nächste Schachzug, der vor allem in ohnehin Hiltonisierten Amerika Erfolg haben wird:

Paris Hilton (26) gibt sich nach dem Hin und Her um ihre Gefängnisstrafe reumütig. “Ich habe mich dumm betragen”, sagte das Partygirl nach Angaben des TV-Senders ABC in einem Telefonat mit der populären Fernsehmoderatorin Barbara Walters. “Das ist nicht mehr länger niedlich. Ich möchte es jetzt anders machen. … Gott hat mir diese neue Chance gegeben.”

Wie bitte, Gott war das? Mit Verlaub, Frau Hilton. Er wird seinen größten Fehler seit der Sintflut ja nicht noch weiter unterstützen!
Nein, das ist schon ein ganz ausgefuchster, wenn auch nicht mehr neuer Trick. Das von Gott auserwählte, an Gott glaubende und in Gott vernarrte amerikanische Volk wird Paris dafür lieben. Ich bin gespannt, wann die erste “Bible by Paris” oder ein Gebetsbüchlein erscheint. Das Übel, dass den Namen einer Hotelkette trägt, wird nicht mehr wegzudenken sein.

Doch, bei aller Verzweiflung ob der Karriere eines solchen Phänomens, seit wann geht dass eigentlich so? Man hat sich so sehr daran gewöhnt, dass Hilton amerikanische Bauern in Reality-TV-Serien terrorisiert oder hie und da über irgendeinen roten Teppich spaziert, es ist so selbstverständlich, dass jemand Geld mit seiner puren Existenz verdient, dass niemand nachfragt: Seit wann gibt es Paris Hilton? Ich will es versuchen.

Paris Whitney Hilton erschien im Jahr 1981 auf unserem wenigstens bis Dato schönen Planeten. Zunächst dürfte sie allerdings höchstens als “Hilton-Erbin” bekannt gewesen sein. Das änderte sich erst im Jahr 2000, das also in dieser Hinsicht eine echte Millenniumskatastrophe darstellt: Paris lies sich für die Zeitschriften FHM und GQ ablichten. Rasend schnell infizierte sie mit diesem taktisch klugen Mittel Millionen Mitglieder der Spezies Mann, die leider als Hauptabonnent diverser Magazine für diese Art Krankheiten sehr anfällig ist. Nach diesem denkwürdigen Jahr perfektionierte Hilton ihren Beruf, nämlich den des “It-Girls“, also einem Mädchen “mit dem gewissen etwas”. 2003 folgte die Serie “The simple Life“, die eigentlich aufgrund miserabler Einschaltquoten zum scheitern verurteilt war. Hier hätte man das Paris-Hilton-Phänomen noch aufhalten können. Doch wieder waren es mehr oder minder ahnungslose Männer, die unbedingt “eine Nacht in Paris” verbringen wollten und den gleichnamigen “Dokumentarfilm” über die sexuellen Vorlieben eines It-Girls kauften. Doch Paris in Paris reichte nicht, man wollte das Mädel nun auch auf dem Bauernhof, in einer Firma usw. sehen. Die Quoten stiegen, Paris setzte sich in den Köpfen fest. daran konnten auch schlechte Bücher oder schlechte Horrorfilme nichts mehr ändern. Spätestens seit 2003 darf sich die Welt über tägliche Meldungen freuen, die so wichtige Themen aufgreifen wie “Ist Tinkerbell zu fett?” “Warum ist Paris über den roten Teppich gestolpert?” usw.

Dies erweckt, wie bereits erwähnt, den Anschein, als sei Paris Hilton ziemlich dumm. Doch das gehört zum Markenprinzip. Denn das ist Paris Hilton vor allem: Eine Marke, ein Konzern. Zu “ihr” gehören: Nachtklubs, Parfums, Filme, Musik, Werbeverträge. Paris Hilton verdient mit Blödheit Geld, der Traum vieler anderer Menschen. Natürlich hat sie nicht den Stein der Weisen gefunden, das wäre ja konträr zum Image. Aber sie hat gelernt, wie man aus Scheiße Gold machen kann.